a neichs troad
schaut scho viara
zwischn di hoatn
pflostaschtoana
heit homma
kan grund zum
woana
ka ongst
wia wean si
net Varena
wia wean eantn
wia wean moin
und uns donn
wiida song:
Bockmas!
Gedicht von Sebastian Reiner
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a neichs troad Gedicht von Sebastian Reiner Als wir im Februar dieses Jahres bei unserer Kulturvereins-Vollversammlung beschlossen hatten, dass das heurige Bock Ma’s das letzte werden soll, war es erst mal still in der Runde. Ein langer Prozess war dem voraus gegangen und plötzlich war die Entscheidung da. Schmerzende Nacken, trockene Münder, pfeifende Lungen, glasige Augen, betretenes Schweigen – die ganze Palette mit dabei. Dass sich zwischen der Entscheidung und dem Hier und Jetzt, nämlich wirklich dem letzten Bock Ma’s die Ereignisse noch überschlagen würden, ahnten wir damals natürlich nicht. Aber dazu später noch mehr. Vorher noch ganz, ganz zurück, nämlich zum Urknall. Als einen solchen kann nämlich getrost das erste Bock Ma’s („packen wir´s an!“) im Jahr 2005 bezeichnet werden. Als Idee dreier befreundeter Kulturvereine (Galacticchords aus St. Georgen, P.A.G.A.N. aus Frankenburg und die Traumfabrik aus Timelkam) geboren, schlug es bei uns Veranstalter_innen und dem Publikum derart ein, dass klar war, dass das nicht das letzte gewesen sein sollte. Ein Meteorit, wegen dem nachher alle Dinos tot sind, is nix dagegn. Das erste Bock Ma’s gestaltete sich noch viel kleiner und chaotischer als jetzt. Dann kam das zweite Bock Ma’s, bei dem sich die ersten Know-How-Manifestationen einstellten, wir wurden schlauer. Dann die dritte Runde, die Crew wurde größer, das Festival professioneller, die Stressresistenz höher, der Spendenertrag hatte sich vervielfacht. Das vierte Bock Ma’s stand bereits im Zeichen von Arbeitsgruppen, strukturiertem Projektmanagement und noch mehr Besucher_innen. Das fünfte Bock Ma’ war für uns schon ein kleines Jubiläum, wieder war alles halbwegs gut gegangen, wieder waren mehr Menschen gekommen, wieder hatten wir neue Herausforderungen gemeistert und noch mehr spenden können. Und nun haben wir also das sechste und letzte Bock Ma’s. Das letzte ist es, weil die Idee nicht der Routine weichen darf. Weil die Idee auch Respekt ist, den es gegenüber der Natur hier in Altwartenburg zu leben gilt. Weil die Idee andere Projekte geboren hat, denen wir uns nun mehr widmen können und möchten. Weil die Idee für uns einen Zauber hat, der mit jedem Gewöhnungseffekt weniger wird. Weil die Idee nie die einer Festivalmaschine war und ist. Die Entscheidung, das Bock Ma’s auch ohne Burg zu veranstalten, ein Festival auf die Beine zu stellen, dessen Infrastruktur plötzlich völlig anders tickt, das Bock Ma’s im letzten Jahr teilweise neu erfinden zu müssen, fiel uns wahrlich nicht leicht. Schließlich wollten wir uns so, wie Ihr und wir das Bock Ma’s kennen, von all dem verabschieden und schließlich sind drei Wochen kein prickelnder Zeithorizont für ein derartiges Unterfangen! Aber: das Bock Ma’s ist mehr als seine Location. Also JA!, Bock Ma’s auch 2010, auch unter unvorhergesehenen Bedingungen. Wie´s heuer wohl werden wird? Und gibt es für uns (und für Euch, wenn Ihr wollt) ein Kulturarbeitsleben nach dem Bock Ma’s? Ja, das gibt es, keine Sorge. Unsere anderen Projekte sind gewachsen und werden nun die Aufmerksamkeit kriegen, die sie schon länger verdienen. Unser Online-Vernetzungsprojekt, unser Printmedium Blatthirsch (das Du gerade am Bildschirm siehst), unsere Freien Radio-Sendungen und unser eingereichtes Projekt fürs Festival der Regionen nächstes Jahr in Attnang-Puchheim warten schon auf uns. Alles zu finden auf www.freiwerk.org. Das, was Ihr und wir beim Bock Ma’s erlebten, erlernten, erarbeiteten, erwirkten und erreichten, nehmen wir dahin mit, das kann uns ja niemensch mehr nehmen.Also. Schön war´s. Danke. Holladero und Bock Ma’s! Text vom Bock Ma’s Organisationsteam Eine zentrale Erfahrung einer Stadt wie Linz ist, dass du die Dinge selbst in die Hand nehmen musst“, sagt der Musiker und „Seven Sioux“ Frontman Rainer Krispel im „FALTER“ Interview, angesprochen auf die Linzer Alternativszene. Eine gleichzeitig interessante wie wenig überraschende Erkenntnis. Aber gilt diese auch analog für Vöcklabruck? Die Antwort liegt auf der Hand. Offenbar war dieser Umstand auch einigen Personen an der Vöckla bewusst, als sie im noch so jungen Jahrtausend – damals unabhängig voneinander – die Fäden selbst in die Hand nahmen. Was hier vor knapp 10 Jahren ihren Anfang nahm, lässt sich wohl erst postwendend begreifen. Fest steht, dass quasi aus heiterem Himmel rund ein Dutzend neue, kulturelle Initiativen innerhalb kürzester Zeit gegründet wurden, welche fortan die Region kulturpolitisch beackern sollten. Ein Acker, der im Bezirk Vöcklabruck lange brach lag, mit Ausnahmen wie den kulturellen „Veteranen“ im Westen mit „KULIMU“ Frankenburg oder dem „Filmclub Schwanenstadt“ im Osten. Der Ballungsraum an der Vöckla aber, war seit dem Ende von „Brotherhood“ und Co. Anfang der 90iger Jahre (vgl. Blatthirsch #3 hier) beinahe ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Lediglich Kunstschaffende und die Jugendkulturen von Skater und Rocka- wie Psychobillys sorgten für Frischluft. Gründe genug für den Blatthirsch einen Blick zurück zu werfen, auf den Ursprung und das Folgende all dieser Entwicklungen. Dafür wurden insgesamt acht Kulturschaffende aus der Region befragt, um mit ihren An- und Einsichten ein möglichst vollständiges Bild zu malen. Umbruch: Kulturhaus Stopp, Bock Ma‘s Ende und Festival der Regionen Reportage von Richard Schachinger Links
An einem regnerischen Samstagabend im Juli begab sich alles, was eine Karte erhascht hatte nach Attnang, um dem Kapitalismuskirtag „€AT“ des Theater Hausruck beizuwohnen. Ausgerechnet Attnang. Wer auf der B1 die Stadt durchfährt registriert ein Ortsschild, dann ein Bordell, den Bahnhof, noch ein Bordell, das zweite Ortsschild und dazwischen womöglich noch ein paar trostlose Fabrikhallen. Ob sich dahinter noch irgendetwas Fröhlicheres verbergen könnte, ist für Durchreisende schwer zu erahnen. Aber darum geht es hier eigentlich nicht. Denn auch ein paar Freiwerkler_innen pilgerten an jenem Abend nach Attnang. Und war schon die Vorstellung von Kulturgenuss in Attnang gewöhnungsbedürftig, die Idee, dort anschließend noch was trinken gehen zu können, schien völlig absurd. So zog es das Trüppchen doch wieder in das erlebnisverheißende „Tor zum Salzkammergut“. In der Stadt an der Vöckla folgte allerdings das böse Erwachen. Das Lokal der Wahl hatte soeben zugemacht (es war 23:10 Uhr) und mit dem Wissen, das alles, was noch offen haben könnte maximal als Plan C bezeichnet werden konnte aber besser war als nichts, begab mensch sich auf den Stadtplatz. Der wirkte dann eher wie eine Wild-West-Geisterstadt, in der sich alle vor dem entscheidenden Duell zwischen Sheriff und Outlaw versteckten, und präsentierte sich mit geschlossenen Cafés und hochgeklappten Gehsteigen nicht wirklich als „eine Stadt mitten im Leben“, wie es in der Beschreibung bei „Oberösterreich Tourismus“ heißt. Zwar fand sich noch ein Lokal, in dem noch ein Getränk zu haben war, aber auch dieses hatte sich gegen eins fast vollständig geleert. Diskussionen darüber und über die Tatsache, dass in Vöcklabruck Kulturarbeiter_innen nicht von offizieller Seite, sondern von einer Gratiszeitung darüber informiert werden, dass die Hoffnung auf das ersehnte Kulturhaus wohl endgültig begraben werden muss, wurden in eine private Küche verlagert. Einen Hoffnungsschimmer gab es allerdings. Denn was sich an jenem Abend an Menschen in Attnang getummelt hatte, war nur ein Vorgeschmack auf das gewesen, was dem Ort in gut zehn Monaten bevor steht. Das Festival der Regionen kommt unter dem Motto „Umsteigen“ nach Attnang und macht das Städtchen für ein paar Wochen zu Oberösterreichs Zeitkulturzentrum. Mit ein bisschen Glück ist bei den Projekten, die dann realisiert werden auch das eine oder andere dabei, das Attnang hilft, längerfristig aus dem hohlen Schatten der kulturell und gastronomisch desertifizierten Bezirkshauptstadt zu treten. Und vielleicht findet die Zeitkultur-Szene der Region dann in Attnang nicht nur ein temporäres Zuhause. Kommentar von Beate Treml Artikel von: Andreas Moser Das Bock Ma’s und ich… hmm… was war und ist das Bock Ma’s eigentlich für mich? Da ich auf Grund meiner Pläne für längere Zeit ins Ausland zu gehen schon öfter darüber nachgedacht habe, was ich denn da so hinter mir lasse, schwebte mir dieser Gedanke schon des öfteren durch den Kopf. Das Bock Ma’s spielte in den letzen 5 Jahren sicherlich eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben. Nicht nur wegen der vielen Zeit die das Festival vor allem während der ersten Jahre beanspruchte, sondern vor allem indem mir das Bock Ma’s einen Platz gab an dem ich mich engagieren konnte. Engagieren mit dem Bewusstsein eine Kleinigkeit gegen die vielen Ungerechtigkeiten dieses uns umgebenden Systems beitragen zu können (wie z.B. gegen dessen doch etwas rassistische Ausrichtung). So bot und bietet mir das Bock Ma’s etwas mit dem ich mich identifizieren kann und etwas, dass mir das Gefühl gibt durch meine Aktivitäten etwas verändern zu können. Dass das Festival einen derartigen Anklang fand verstärkte dies natürlich noch. Für mich war es sehr schön zu sehen wie sich das Festival und das Sozialforum Freiwerk entwickelte und sich im Zuge dessen immer mehr engagierte Menschen daran beteiligten. Natürlich kann nicht ausgeblendet werden, dass dieser Prozess, leider auch von so manch gröberen und – wie ich glaube – für alle beteiligten teils sehr belastenden Differenzen begleitet war, aber auch diese sind wahrscheinlich in solch einem Prozess unumgänglich und wichtige Erfahrungen welche ihren Teil in dieser Entwicklung beitragen. Etwas, dass mich besonders ab dem zweiten Bock Ma’s zugegebenermaßen sehr überraschte, war, dass es eigentlich recht leicht war so viele Menschen (mittlerweile über 200) als Volontäre fürs Festival zu gewinnen. Für mich ist das ein Signal, dass eigentlich sehr viel Potential für „gesellschafts- verändernde“ Aktivitäten und Projekte vorhanden wäre. Auch jedes Jahr wieder ein Lineup mit unentgeltlich auftretenden KünstlerInnen für die verschiedenen Bühnen zu finden, gestaltete sich meines Wissens bisher nicht sehr schwer. Obwohl hier die Bemühungen der BookerInnen und all jener welche die Programme am Bock Ma’s auf die Füße stellen nicht außer acht gelassen werden dürfen. Da überdies am Veranstaltungsgelände keinerlei Werbung vorzufinden ist, stellt das Bock Ma’s meiner Meinung nach nicht nur ein gutes Beispiel für unkommerzielle Festivals dar, sondern zeigt auch auf, dass bei solchen Veranstaltungen Raum abseits der alltäglichen Konsumwelt geschaffen werden kann. Zu guter letzt hoffe ich und wünsche ich mir, dass sich das Bock Ma’s auch in Zukunft weiterentwickeln kann und, dass damit auch weiterhin Zeichen gegen Rassismus und andere Diskriminierungen gesetzt werden. Denn das ist in Zeiten, in welchen die politische Rechte wie auch rechtsextreme Strömungen immer stärker werden, umso wichtiger. Der Hirsch ist zurück! An alle die schon sehnlichst darauf gewartet haben: Der 5. Hirsch wurde endlich aufs Blatt gedruckt! Thema ist dieses Mal der „Blick aus der Ferne“. Die RedakteurInnen haben versucht, Vöcklabruck von außen zu betrachten, zu beschreiben, zu loben und zu kritisieren. Was dabei herausgekommen ist, können Sie selbst nachlesen und … finden. Zum ersten Mal hat sich in dieser Blatthirschausgabe Mundartredakteur Sebastian Reiner mit einem Gedicht verewigt. Unser Auslandskorrespondent Johannes Rausch zieht in seinem Kommentar einen Vergleich zwischen Israel und Österreich, Daniela-Katrin Strobl ist hin- und hergerissen zwischen Stadt- und Land-Sehnsucht und Simon Zauner ist mit der (kaum vorhandenen) Förderung der Jugendkultur in Vöcklabruck gänzlich unzufrieden. Der Bad Ischler Maître Maitau begeistert sich in seinem Text für Monokulturen und schöne Bahnstrecken. Angenehmes Lesen wünscht die Redaktion! Anregungen und Kritik jeder Art bitte an redaktion [@] blatthirsch.at senden. Überrascht? Haben‘s wohl gedacht, der Hirsch kommt gar nimma mehr, was? Blödsinn. Der Winter ist halt nicht unbedingt die Jahreszeit „number one“ für Flugblätter. Für Hirschen übrigens auch nicht, Salzstein schmeckt auf Dauer echt langweilig. Und die Redaktion? Ja, ja die Redaktion. Dekadent wie eh und je die Zeit vertrieben und den Hirschen Hirsch sein lassen. Was so freilich maßlos übertrieben ist. Der Kern der Sache ist nämlich ein anderer und hört auf das kryptische Kürzel „DIY“, was übersetzt soviel bedeutet wie „selbst anpacken“. Was damit gemeint ist? Nun, dieses Flugblatt ist eben das, was die Leute gleichberechtigt draus machen. Und wenn im Extremfall niemand was auf Eigeninitiative macht, dann passiert halt auch nix. Super logisch, gell? Das ist nämlich der Saft, aus dem Demokratie gebraut wird! Ha! Aber das ist selbst (noch) nicht allen RedakteurInnen vollends klar. Interesse – ja wunderbar und trotzdem wird allzu oft danach gefragt: „Passt‘s wenn ich schreibe?“. Aber hallo, selbstverständlich passt‘s – denn wenn‘s nimma passt, dann passt gar nichts mehr in diesem Laden. Zur Erinnerung: der Hirsch ist ein möglichst hierarchiefreies, weil selbstbestimmtes Experiment! Das sei so gesagt, um es mal wieder etwas deftiger uns allen vor den Latz zu knallen. Nur, damit wir uns richtig verstehen, werte/r Leser/in: Spaziergang ist das keiner, den Hebel für sich selbst mal von reagieren auf agieren umzulegen! Also Hut ab, wenn dies Menschen probieren. Und diese Ausgabe ist der lebende Beweis dafür, dass es funktioniert. Nach der „Peitsche“ soll‘s heute eben auch „Zuckerbrot“ geben. Abschließend noch eine Denksportaufgabe: Wie viele Medien kennen Sie, wo so offen Selbstkritik geübt wird? Ein Bad Ischler fährt nicht unbedingt nach Vöcklabruck. Keine Berge, dafür drei Ampeln, Verkehr und viel Wind. Das ist die ehrliche, geradlinige und einfache Meinung der BergbewohnerInnen, die selten einen Blick auf die weite Welt hinter den Bergen werfen. Natürlich ist Vöcklabruck mehr. Vöcklabruck liegt am Hausruck. Herrliche Waldlungen, immense Monokulturen, Feldwege in alle Richtungen. Eine der wohl schönsten Bahnstrecken führt von Attnang über den Hausruck nach Eberschwang im Innviertel und einer der verlassensten Bahnhöfe Oberösterreichs befindet sich in Holzleithen. Hier steht die Zeit still. Und gleichzeitig dreht sich die Welt weiter, schreitet die Zeit in Siebenmeilenstiefeln voran. Denken wir an die Kulturarbeit in Vöcklabruck, dann denken wir an zeitgemäße Angebote, die in den Regionen nicht selbstverständlich sind. Hier wird nicht reproduziert, hier werden eigenwillige, originelle Wege gegangen. Kulturarbeit hat an der Vöckla mit politischer Bildung zu tun. Und genau das brauchen die Regionen. Auseinandersetzung, Diskurs und Kontroverse statt Resignation und Abwanderung. Vom Hausruck kommen viele Bäche, darin schwimmen Fische und nicht alle schwimmen mit dem großen Strom nach Wien und werden Tunnelmenschen, LuftbewohnerInnen. Kolumne von M. Maitau Israel ist nicht Österreich. Ganz im Gegenteil. Betrachtungen eines „Ausländers“. „Where are you from?“: Eine Frage, die man in Israel sehr oft gestellt bekommt. Anders als vielleicht in den USA muss hier jedoch nicht der berühmte Känguru-Sager (Stichwort Australia) bemüht werden, dafür ist die Geschichte dann doch zu präsent. „Ah, Austria, my grandparents are from there.“ Eine Reaktionsmöglichkeit. Die andere: “Oh nice, I was skiing there last winter, in Tyrol.” Man muss wohl nicht extra erwähnen, dass einen die erste Bekundung sprachlos zurück lässt: Wie soll man jetzt darauf reagieren? Um an dieser Stelle übrigens einen bekannten Minderheitskomplex auszuhebeln: Nein, darauf folgt kein „You Austrians are still Nazis!“ oder ähnlich dumme Aussagen. Der erwähnte traurige Fakt ist bloß die einzige Verbindung zu Österreich, manchmal. Und einmal mehr hält man sich jenes blühende jüdische (Groß)Bürgertum Wiens zur Zeit der Jahrhundertwende vor Augen, denkt an „Was wäre jetzt, wenn…“ Optionen und stellt fest, dass man das nicht zu oft tun sollte. Als gesellschaftspolitisch wacher Mensch schlägt sich das nicht positiv auf die Psyche.
Doch kommen wir an dieser Stelle auch zu anderen Aspekten des versuchten Vergleichs Österreich-Israel. Zuerst stellt sich ohnehin die Frage, inwiefern man Länder überhaupt in Zusammenhang stellen, sie vergleichen darf. Doch wenn man schon dreist genug ist, sich für ein Jahr außer Landes zu begeben, sollte man ebenso zu einer fähigen Kontextualisierung bereit sein. Und welchen Sinn hat ein Auslandsaufenthalt denn letztendlich, wenn man sein/ihr Geburtsland nicht ständig zum aktuellen Gastgeberland auf dies und das abklopft? Nun denn: Israel ist natürlich in ziemlich jeder Hinsicht großartig, vor allem aber fasziniert mich das geschichtlich entwickelte Multikulti Konzept täglich aufs Neue wieder. In einem Bus ist es ganz normal, 5 verschiedene Sprachen zu hören. Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern treffen auf einem kleinen Fleck Erde aufeinander, das einzig Verbindende stellt das Judentum dar und selbst das ist enorm heterogen – ein äthiopischer Jude hat mit einem Juden aus Russland nicht derart viel gemein. Auch ein anderer Aspekt sollte hier erwähnt werden, nämlich jener, wonach Israelis gemeinhin als harsch respektive rüde bezeichnet werden. Jein ist die klare Antwort, denn gewiss wirken Israelis äußerlich – bedingt unter anderem durch historische Ereignisse und die aktuelle politische Situation – eher streng. Doch andererseits greifen sofort 10 Hände nach einer herunter gefallenen Tasche im Bus, der soziale Zusammenhalt quer durch alle Schichten im Alltag ist enorm. Auch von demografischer Seite her ist Israel mehr als beeindruckend, so sollen ca. 60 % der BewohnerInnen Tel Avivs unter 30 Jahre alt sein. „Wie die USA, nur kleiner halt“, meine ich immer. Vor allem im Vergleich – hier sind wir wieder beim Thema – mit Österreich bin ich dann kurz etwas konsterniert, ist doch „Good old Austria“ so ziemlich das Gegenteil von allem was Israel darstellt: Ein Pensionistenstaat, der über seine Zukunft in Form von Bildung, Forschung und Jugendlichen mit rümpfender Nase herzieht, aus seiner Geschichte ungern lernt und sich lieber versteckt als selbstbewusst auftritt. Vielleicht ist gerade aus eben genannten Gründen für einen Ösi Israel so faszinierend, wer weiß. Ob ich an Vöcklabruck – dessen amtierender Bürgermeister es nebenbei als nicht würdig empfand einem Jugendlichen finanziell für seinen Auslandszivildienst unter die Arme zu greifen – übrigens etwas vermisse, wollen hin und wieder Bekannte wissen. Ja, das Teehaus. Sonst? Nada! Text und Foto von Johannes Rausch ois gibts… außa gliarade eiszopfn Gedicht von Sebastian Reiner |
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