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On the Road

On the Road“ ist ein Buch, dessen Titel mein Leben gerade trefflichst beschreibt. Zwischen meinem Roadtrip durch den Südwesten der USA, der Win­ter-Saison in Lech am Arlberg, dem nun folgendem Studium in Graz und vielen klei­nen Berg-Touren in Österreich ist Vöckla­bruck noch immer mein Rückzugspunkt, mein Zuhause. Noch.

Mein Bezug zu Vöcklabruck ändert sich nach jeder Rückkehr immer wieder, aber es ist ein Trend bemerkbar. Zumeist freue ich mich auf das Selbe, mein gemütliches Wohnzimmer, meine Familie und die weni­gen FreundInnen die im Bezirk verblieben sind, aufs Fortgehen und die schöne Natur, welche mit dem Attersee und Höllengebir­ge keine Wünsche offen lässt. Es sind die Dinge die ich früher nie gesehen habe, da sie selbstverständlich für mich waren. Nach zwei Monaten im Zelt in der Wüste von Utah und Arizona ist aber die „Selbst­verständlichkeit“ schnell eine andere und die viel gerühmten Kleinigkeiten werden zu Luxusgegenständen. Eine Couch oder die Dusche seien hier nur kurz in den Raum geworfen, denn solche nostalgischen Rei­segeschichten haben andere schon viel besser nieder geschrieben und erzählt.

Vor allem die Natur und die Ruhe zu Hause werden von Reise zu Reise schöner. Als ich gerade von Lech zurück kam, begeister­ten mich die grünen Wiesen und der klare Attersee wie nie zuvor. Die Gedanken und Bilder verblassen und so passiert es, dass man das eigene Zuhause kurz als fremde, neue Gegend wahrnimmt. Soweit meine Perspektive als reisender Heimkehrer. Die des in Vöcklamarkt lebenden Mittzwanzi­gers ist weniger idyllisch und so werden die ersten Eindrücke zum Selbstverständli­chen und der triste Alltag überschattet bald wieder die eben genannten Vorteile. Bei der Suche nach Gelegenheiten zum Aus­gehen, wo ich den Puls der Zeit erfassen, genießen und beobachten kann, resigniere ich immer schneller. Hier tut sich der große Schwachpunkt Vöcklabrucks auf.

Ausgehen für junge Kulturinteressierte ist bis auf wenige Ausnahmen kaum inte­ressant. Es gibt keine Örtlichkeit, welche sich dieser Szene annimmt, das Teehaus war einst so ein Raum. Und so vertreibt man sich die Zeit zu Hause alleine am Computer oder sitzt mit seinen FreundIn­nen zusammen. Nichts Schlechtes, doch der Austausch von Gedanken beschränkt sich dabei auf das immer wieder kehrende Einerlei, Inspirationen und Neues sind rar.

Doch wieso ist das so? Initiativen gibt es zur Zeit genug, Ideen auch, aber die Kulturpolitik und insbesondere das Unvermögen – oder ist es der Unwille? – eine Schaffungsstätte für zeitgenössische Kunst und Kultur im Raum Vöcklabruck zu ermöglichen ist bei mir mittlerweile nur mehr mit dem Gefühl der Wut verbunden. Das Konsumentendasein wird gefördert, fokussiert, subtil einprogrammiert und was sonst noch, der ach so notwendige Frei­raum für Jugendliche und Junggebliebene wird dagegen immer rarer. Eine Saat die langfristig keine guten Ernte einbringen wird. Darum pilgere ich regelmäßig in die Kultur-Wallfahrtsorte Österreichs nach Graz und Wien, und weil dort die Exil-Vöck­labruckerInnen wohnen. Es ist klar, dass es nicht das Ziel Vöcklabrucks sein kann sich mit diesen Städten zu messen, doch dies als Ausrede für die stattfindende Leblo­sigkeit in Sachen Kultur und Kunst, insbe­sondere zeitgenössischer, zu verwenden, lasse ich nicht gelten. Und ich höre schon wieder die Stimmen der Politiker, die dies zu verantworten haben, in meinem Kopf. „Wir müssen doch nicht so viel in Kunst und Kultur für Junge investieren, die sollen doch raus gehen und Fußball spielen oder wandern“. So oder so ähnlich könnten ihre Gedanken lauten.

Schade, denn es müsste nicht so sein. Der Großraum Vöcklabruck bietet unglaub­liche Chancen die in dieser Kombination nur selten sind. Die schöne Landschaft diente schon vielen großen KünstlerInnen als Inspiration und die geografische Lage als Rastplatz zwischen Linz und Salzburg und Anschlusspunkt ins Salzkammer­gut könnte mit frischen Konzepten den kulturellen Austausch fördern und somit unmessbaren Mehrwert für die Region bieten.

Also lasst uns nicht auf der Untätig­keit der Politik verharren, sondern selber anpacken.

Text von Stefan Kasberger

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